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Buchempfehlungen

Das Blut der Lilie

Die 17 jährige Andie lebt mit ihrer Mutter in New York. Seit dem Tod ihres 10 jährigen Bruders Truman, empfindet sie ihr Leben als wertlos. Nur die Musik und ihre Gitarre geben ihrem Leben noch einen Sinn.
Da auch ihre Mutter über den Tod ihres Sohnes nicht hinweg kommt und in eine Klinik eingewiesen werden muß, begleitet Andie ihren Vater, der ein berühmter Wissenschaftler ist, nach Paris. Während er sich um seinen Forschungsauftrag kümmert, findet Andie in einem alten Fundus, im Haus ihrer Pariser Freunde, einen alten Gitarrenkasten. In ihm befindet sich das Porträt des kleinen Prinzen Louis Charles, der ihrem Bruder verblüffend ähnlich sieht und das Tagebuch eines jungen Mädchens, aus der Zeit der französischen Revulotion.
Die Schreiberin des Tagebuchs, Alexandrinne, kümmert sich um den kleinen Louis Charles, der sie sehr liebt. Alex muß miterleben, wie dieser von den Führern der Revulotion in einem einsamen Verlies gefangen gehalten wird. Es bricht ihr das Herz! Sie läßt nichts unversucht, um ihn daraus zu befreien.
Gefesselt verfolgt Andie das Schicksal des tapferen Alex. Gelingt es ihr am Ende doch noch, den jungen Prinzen vor dem Tod im Verlies zu retten? Und welche Rolle spielt der geniale Musiker Malherbeau, Alexandrinnes Freund, bei der Lösung um die Vorgänge der Vergangenheit?

Das Buch von Jennifer Donnelly ist eine Mischung aus Familiendrama, Musikstudie und spannender Historie. Die Handlung ist kurzweilig und gut geschrieben. Ein absolutes Highlight, deren Geschichte tief ins Herz geht!

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Prousts Mantel

Ein neues Buch zu Proust! Und was für eines!
Wenn Sie Proust lieben, lesen Sie es! Wenn Sie Proust noch nicht für sich entdeckt haben, starten Sie mit diesem einfach hinreißenden Buch!
Erzählt wird die Geschichte einer Leidenschaft - und was könnte schöner sein?
Jacques Guérin war ein französischer Parfümeur, der sich seiner Leidenschaft für Proust bzw. dessen Texte vollkommen hingab. Er sammelte alles, was er nur kriegen konnte aus dem Nachlass von Marcel Proust. Diese Sammlung kann man heute in Pariser Museen anschauen - Prousts Bett und Stock, sowie weitere Möbel, Autographen und Briefe - nicht zuletzt sein berühmter Mantel.
Die Geschichte dieser Sammelleidenschaft liest sich so fesselnd wie ein guter Krimi, ich konnte es nicht eine Minute aus der Hand legen und war völlig ergriffen, als ich es durch hatte. Beim nächsten Paris-Trip werden diese Gegenstände (nochmal) angesehen ...

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Silbermann

Mit dem neuen Titel Silbermann ergibt sich eine sehr gute Gelegenheit, an dieser Stelle auf den bibliophilen und literarischen Lilienfeld-Verlag hinzuweisen, in dem laut eigenen Angaben in schön gestalteten Büchern Texte erscheinen, die faszinieren, amüsieren oder ergreifen sollen. Junggebliebenes aus alten Zeiten, Funde aus Archiven und ab und zu auch Allerneuestes.
Silbermann ist der französische Klassiker über den Antisemitismus. Ein Schülerroman der 20er Jahre, in dem Klischees, Ausgrenzung und Mut thematisiert werden. Der Erzähler des Buches entstammt der gutsituierten und streng konservativen Schicht von Paris. Sein Vater ist Untersuchungsrichter, seine Mutter eine ehrgeizige Dame der Gesellschaft, die Atmosphäre trocken. Unter seinen Schulkameraden befindet sich ein besonderer Mensch, der nicht sehr anziehend wirkt, aber durch seine ausgezeichnete Bildung beeindruckt: Silbermann. Weil Silbermann Jude ist, wird er mehr und mehr zum Opfer von Ausgrenzung und Angriffen. Daß er Stolz dagegenzusetzen versucht, verschlimmert die Lage nur. Und als der Erzähler sich auf seine Seite schlägt, steht auch ihm plötzlich eine gesamte Gesellschaft feindlich gegenüber. Aber durch Silbermann gewinnt er auch Einblick in eine neue Welt der Kultiviertheit, des Luxus und der Liebe zur französischen Literatur. Dann kommt Silbermanns Vater vor Gericht, und der Vater des Erzählers wird über ihn das Urteil zu sprechen haben …
Silbermann ist wunderschöne Prosa, die tief in ein bitteres Problem einführt.

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Der Fall Collini

Ferdinand von Schirach hat sein drittes Buch veröffentlicht - und wieder wird es auf den Bestsellerlisten zu finden sein.
Schirach hat einen feinen Stil, bedächtig, klar - und dabei sehr fesselnd - das gefällt mir gut. Diesmal lesen wir einen Roman, der die Frage nach einem Mordmotiv stellt. Der Italiener Fabrizio Collini erschießt nach vielen Arbeitsjahren in Deutschland einen alten Mann. Er stellt sich sofort nach der Tat der Polizei, wird aber nichts zu seinem Motiv sagen. Er schweigt. Die Verteidigung übernimmt ein junger Anwalt, Caspar Leinen, der nicht aufgibt ein Motiv für diesen Mord zu finden - irgendwo, irgendwie - zwischen den Zeilen, in den Akten ... Und er wird fündig - nicht zuletzt handelt dieses lesenswerte Buch von einem Stück deutscher Nachkriegsgeschichte und nicht weniger als einem schier unglaublichen Justizskandal der 1968er Jahre.

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Faule Kredite

Der neue Fall des Athener Kriminalkommissars könnte brisanter nicht sein. Kostas Charitos muss den Tod mehrerer Bankiers aufklären. Die Finanzwelt steht Kopf, die Bevölkerung Griechenlands ist unzufrieden und steckt mitten in der Krise. Lohnkürzungen, Einsparungen und Streiks stehen an der Tagesordnung. Auch bei der Polizei wird heftig diskutiert und überall herrscht Hektik. Kostas Charitos und seine Familie müssen plötzlich auch mit weniger Geld auskommen, von einem Monat auf den anderen, werden ihnen mehrere hundert Euro gestrichen. Die Morde an den zwei Bankern kommen höchst ungelegen, zuerst glaubt man an einen Terroranschlag . Auch ein Rachefeldzug könnte in Frage kommen. Charitos und seinen Kollegen fehlt die Zeit in Ruhe zu ermitteln, und von der Bevölkerung bekommen sie wenig Hilfe:. „Denn Zeit ist Geld, und Geld haben wir keins“, wie es jemand im Roman treffend formuliert. Politisches und höchst aktuelle Ereignisse fließen in den Roman ein. Er wurde 2010 geschrieben und soeben ist er auf deutsch erschienen und in 14 Sprachen übersetzt. Komisch und mit spitzer Feder schreibt der Autor Petros Markaris über die harte Realität Griechenlands. Wer am Ende der Mörder ist, wird natürlich nicht verraten, nur das Fazit des Buches ist ungefähr folgendes: Die“ Suppe“, die andere gekocht haben, muss immer der kleine Mann auslöffeln, und viele Opfer der Banken werden in den finanziellen Ruin getrieben . Petros Markaris Kommissar ist etwas spröder als Commissario Montalbano aus Sizilien, und führt keine Bilderbuch-Ehe wie Commissario Brunetti aus Venedig. Er ist aber genau so blitzgescheit, überaus menschlich und dadurch sehr sympathisch.

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Ich.darf.nicht.schlafen.

»Schlicht und einfach der beste erste Thriller, den ich jemals gelesen habe.« Tess Gerritsen. »Ein tief verstörender Thriller, der die beunruhigende Frage stellt: Was bleibt, wenn du dich selbst verlierst?« Val McDermid Zwei große Autorinnen der Kriminal- und Spannungsliteratur äußern sich begeistert - was soll ich da noch hinzufügen?! Ein wirklich außerordentlich spannender Thriller, den ich in einem Rutsch durchgelesen habe. Keine blutrünstigen Serientäter, keine Forensik, mal ganz "erholsam" - aber nicht minder fesselnd! Amnesie das große Thema, Christine wacht jeden Morgen neben einem fremden Mann auf, der ihr dann geduldig erklärt, dass er ihr Ehemann ist; sie ist viel älter, als sie eigentlich denkt ... Und doch ist nichts, wie es scheint, die Frage, wem sie überhaupt vertrauen kann, stellt sich ständig - und wie kann sie sich selbst überhaupt vertrauen ...? Lesen Sie selbst, es ist richtig gut!

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Geisterritter

Der elfjährige John Whitecroft wird von seiner Mutter und ihrem neuen
Freund, in ein Internat in Salisbury geschickt. John gefällt es dort über-
haupt nicht. Dunkle Gänge, enge Flure, eine alte Kathedrale, düster und
kalt!
Eines Nachts sieht er vor seinem Fenster drei Geisterritter, einer von ihnen bedroht ihn mit seinem blutigen Schwert. John erschrickt sich zu tode. Er vertraut sich Ella an, einer gleichaltrigen Mitschülerin, die ihm eine gute Freundin geworden ist.
Sie glaubt ihm seine Geschichte und bestätigt ihm, das es Geister gibt,
denn das weiß sie von ihrer Tante Zelda. Sie ist eine Geisterführerin und bekommt herraus, dass auf John ein alter Familienfluch lastet, weswegen die Geisterritter ihn töten wollen.
Zelda weiß Rat, sie beschwören den Geist des Ritter Longspe herrauf. Er steht John zur Seite als dieser von den bösen Geistern angegriffen wird.
Doch plötzlich ist Ella verschwunden. Was nun?

Eine fesselnde Internatsgeschichte über Freundschaft und Mut, mit
ansprechenden Illustrationen von Friedrich Hechelmann.
Für Jungen ab 10 Jahren und auch für Mädchen und Großeltern.
Zum Vorlesen geeignet.

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Firelight

Brennender Kuss

Jacinda ist anders als die anderen. Sie lebt hoch oben in den Bergen, in einem Rudel. Manchmal glänzt ihre Haut wie wild züngelnde Flammen. Jacinda ist eine Draki, ein Mensch, der Drachengestalt annehmen kann.
Während eines heimlichen Ausflugs, wird sie von Drachenjägern aufgespürt, sie haben es auf ihre schillernde Haut und ihr purpur-
farbenes Blut abgesehen. Sie versteckt sich in einer Höhle, aber einer
der Jäger folgt ihr. Es ist ein Junge, mit haselnußbraunen Augen.
Fasziniert bleibt er vor ihr stehen. Beide spüren die Magie dieser Begegnung. Als die anderen Jäger rufen, verläßt er die Höhle ohne sie
zu verraten.
Zurück in ihrem Rudel braut sich Ärger zusammen. Jacinda soll für ihren
unerlaubten Ausflug bestraft werden.Sie soll Cassian heiraten, den
Sohn des Rudelführers. Ihre Mutter will sie davor beschützen und flieht mit ihren beiden Töchtern. In einer weit entfernten Stadt versuchen sie ein normales Leben zu führen. Als Jacinda eines Tages durch den Flur ihrer Schule geht, steht er plötzlich vor ihr, der Junge mit den haselnuß-
Braunen Augen: Will! Auch er spürt, dass ihn dieses Mädchen mit den wilden roten Haaren fasziniert. Jacinda verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Doch es darf nicht sein, denn Will ist ein Drachenjäger!
Eine feurige Liebesgeschichte, spannend und flüssig zu lesen. Ein überaus gelungener Start einen Fantasy-Trilogie im Jugendbuchbereich.
Das Buch macht Lust auf mehr!

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Jeder stirbt für sich allein

„Ein ganz und gar großartiger Roman. Man liest ihn mit fiebriger Neugierde, Seite für Seite, kaum von ihm ablassend. Nicht weil ein großes Kunstwerk betört, sondern da das zeitgeschichtliche Interesse einen bannt.“
So wird die Neuausgabe von "Jeder stirbt für sich allein" von Hans Fallada in Die Zeit besprochen. Ich kann diesem Lob nur zustimmen. Erstmals liegt uns die ungekürzte Originalfassung vor und damit der ursprüngliche , unveränderte Originaltext des Autors, der kurz vor Erscheinen der ersten Ausgabe starb.
Die Sprache der Erzählinstanz entspricht den verschiedenen Milieus, wodurch eine beklemmende Authentizität entsteht ... Was wird erzählt? Fallada erfuhr aus einer Gestapo-Akte vom Schicksal eines Berliner Ehepaars, das einen aussichtslosen Widerstand gegen die Nazis geführt hatte und 1943 hingerichtet wurde. Diesen Widerstand von "kleinen", "normalen" Leuten, deren Sohn an Hitlers Front gefallen war, beschreibt Fallada eindringlichst, es entsteht ein Panorama Berlins zur Nazizeit. Anna und Otto Quangel schreiben Karten mit Botschaften gegen das Hitler-Regime und verteilen sie in Bürohäusern Berlins. Ein ebenso mühsamer, wie aufregender, wie "ruhiger" Widerstand - innerhalb eines halben Jahres verteilen die beiden ca. 50 Karten. Man sollte glauben, das ginge einfach in den großen Wirren dieses Krieges unter. Aber weit gefehlt - Fallada selbst schrieb in einem Essay: "... das Groteske geschieht: der Elefant fühlt sich von der Maus bedroht."
Ein Buch, das sich wirklich zu lesen lohnt!
 
»Das beste Buch, das je über den deutschen Widerstand gegen den Nationalsozialismus geschrieben wurde.«
Primo Levi

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Blood Magic

Weiß wie Mondlicht, rot wie Blut

Seit Sillas Eltern gestorben sind, verbringt sie die meiste Zeit auf dem Friedhof. Sie rätselt über das Buch, das sie kurz nach dem Tod ihrer Eltern von einem gewissen Diakon zugeschickt bekommen hat. In diesem Buch stehen lauter Zaubersprüche - aufgeschrieben von ihrem Vater. Für jeden dieses Zaubersprüche braucht man einen Blutstropfen. Als Silla einen dieser Zaubersprüche ausprobiert, klappt es. Und auf einmal überschlagen sich die Ereignisse: Wer ist diese Josephine, die versucht, Silla, ihren Freund Nick und ihren Bruder Resee umzubringen? Was hat sie mit ihrem Vater zu tun? Und vor allem: Wie können die drei überleben? Ich würde "Blood Magic" in die Rubrik Fantasy-Thriller einordnen, denn obwohl das Buch am Anfang ruhig und fast schon langweilig ist, kommt zum Schluss alles Schlag auf Schlag, was dem Spannungsbogen eine etwas ungewöhnlich Form verleiht. Auf jeden Fall sollte man dieses Buch erst ab elf oder zwölf lesen, auf keinen Fall früher. Nicht, weil die Szenen gruselig oder brutal sind, sondern weil man den Wahnsinn, der ein paar dieser Figuren beherrscht, erst ab diesem Alter verstehen kann. Ansonsten ist alles gut beschrieben, man kann sich richtig in das Buch hinein versetzen, und es nimmt mehr oder weniger ein Happy End.

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Wir werden nicht von Yaks gefressen

*hoffentlich

Die Geschwister Oliver und Celia Navel lieben nichts mehr, als fernzusehen. Den ganzen Tag sitzen sie vor dem Kasten und sehen ihre Lieblingssendungen - was nicht gerade wenige sind. Blöd nur, dass ihre Eltern Forschungsreisende sind und die beiden auf Reisen mitschleppen - quer durch die Welt. Und bei einer dieser Reisen verschwindet ihre Mutter spurlos - oder fast spurlos. Denn drei Jahre später findet eine andere Forschungsreisende ein Kärtchen mit der Handschrift ihrer Mutter - und den Vater kann nichts mehr halten. Er schleppt die beiden mit auf eine lange und gefährliche Reise, zu der die beiden überhaupt keine Lust haben. Dann verpassen sie schließlich ihre Lieblingssendungen! Und dass sie gleich zu Anfang der Reise aus einem Flugzeug geworfen und von einem komischen Mönch aufgegabelt werden, ist nicht gerade vielversprechend ... Ein lustiges Abenteuer, bei dem alles passiert, was in einem Buch überhaupt passieren kann. Die Ideen von C. Alexander London sind einzigartig und genau beschrieben. Man muss sich doch mehr zusammenreißen, um an manchen Stellen nicht laut los zu lachen. Ich meine, wer kommt schon auf die Idee, auf einem Yeti zu reiten?

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Warrior Cats

Morgenröte

Der dritte Teil der zweiten Staffel der beliebten Geschichten über die Katzenclans ist da! Und für alle, die es nicht erwarten können, der vierte Teil kommt im November!
Kann bei uns vorgemerkt werden.

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Die Auswahl - Cassia & Ky

"Die Auswahl" ist ein wundervolles Buch, das bei mir eine Reihe von Gefühlen hervorgerufen hat: Glück, Trauer, Friede, Wut - alles zugleich. Es ist einzigartig und ich kann es kaum erwarten, die anderen Bücher auch noch zu verschlingen.
An ihrem Paarungsbankett soll Cassia erfahren, wen sie mit 21 heiraten wird - wen das System für sie ausgewählt hat. Und zur großen Überraschung aller ist es ihr Freund Xander. Doch als Cassia sich den Chip über Xander, den sie am Paarungsbankett bekommen hat, ansehen möchte, erscheint nicht etwas das Bild von Xander auf dem Bildschirm, sondern das von Ky. Und obwohl Cassia versichert wird, dass es wirklich ein Fehler war und ihrem Glücl mit Xander jetzt nichts mehr im Wege steht, geht Kys Bild Cassia nicht mehr aus dem Kopf ...
 

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Ein Haus erzählt

Ein künstlerisch gestaltetes Bilderbuch für „ erwachsene Kinder“ hat Roberto Innocenti hier geschaffen. Daran hat er mehr als drei Jahre gearbeitet, und was dabei entstanden ist, kann sich sehen lassen. Das Buch lädt immer wieder zum Blättern und Anschauen ein.
Es ist die Geschichte eines Hauses, das wohl in der Toskana stehen könnte. Das Haus selbst findet Worte, seine Bewohner, die Ereignisse rundherum und den Lauf der Zeit zu schildern. Übersetzt hat es übrigens Mirjam Pressler, es ist in Reimform, aber nicht unbedingt der Text, die Zeichnungen sind es ,die beeindrucken.. Das Haus wurde 1656 erbaut, es ist aus Stein und Holz, aber „nur“ für die letzten 100 Jahre lässt es uns hineinblicken. 1900 wird das zerfallene Haus von Kindern entdeckt, und bald darauf zieht Leben ein. Es wird gezimmert und gesägt, der Wald im Hintergrund gerodet, Mutter und Kind bringen mühevoll das Essen auf den Hügel. Schnee liegt noch hier und da.
1905 sieht es schon ganz bewohnt aus, Ziegen und Schafe gibt es, ein Ochsengespann und eine schwangere Frau sind zu sehen. Das ganze Bild mutet österlich an. Alles wächst so herrlich, und die dominierende Farbe ist auf beiden Seiten ein sattes Grün.
1915 gibt es eine Hochzeit zu feiern, es ist Hochsommer, es gibt genug zu essen, es wird getanzt und musiziert. Die Kinder spielen in den neu angelegten Weinbergen, eine weiße Katze und zwei Hunde sind auch mit dabei. Blumen und Obst gibt es in Hülle und Fülle, es ist alles in sonnengelb und hellrot getaucht.
1916 und 1918 sieht die Welt im und ums Haus herum schon anders aus. Eine Witwe ist zu sehen, und der Winter hält alles fest im Griff.
1929 wird uns ein Herbsttag präsentiert, alle sind bei der Ernte, die Weintrauben werden gelesen, es wird gekeltert, die Kürbisse liegen prall da, Klein und Groß legen mit Hand an, die Arbeit scheint kein Ende zu nehmen. Eine graue Katze schaut dem ganzen Treiben gelassen zu. Eine alte Frau füttert die Hühner und Waldarbeiter im Hintergrund schlagen Holz.
1936 scheint es auch noch fröhlich zuzugehen, das Korn ist reif und viele Bauern bei der Arbeit, aber man sieht auch schon einen Mann in Uniform im Gespräch mit einem Schnitter.
1942 und 1944 hat der Krieg auch diese Gegend erreicht, man sieht verzweifelte Menschen, viele Flüchtlinge, Kinder im Versteck, weinende Frauen , Panzer , Soldaten, Armut und Leid.
1958 ist geprägt vom Neuanfang, ja ein Hauch neue Zeit weht ums Haus. Ein Auto wird beladen, Elektrizitätsmasten verschandeln die Idylle , eine Abschiedsszene kann man beobachten. Die alte Frau sitzt auf dem Stuhl und winkt ihrem Enkel nach.
1967 regnet es, es ist neblig und trist, passend zur Szenerie um den Leichenwagen und die Trauernden. Das Haus wird abgesperrt. Zum ersten Mal steht seine Tür nicht mehr weit offen.
1973 und 1993 bleibt das Haus unbewohnt, es ist verlassen und von Wind und Wetter arg beschädigt. Die Natur nimmt ihren Lauf, es wächst alles wild, Wanderer bestaunen was noch von ihm übrig ist.
Aber ein Bilderbuch ohne ein gutes Ende gibt es nicht. 1999 wird wieder gebaut, und umgebaut, fast nicht mehr zu erkennen, so prächtig und neu steht es da, eine Villa fast, mit allem Komfort unserer Zeit. Ein Swimmingpool schmückt es, es hat eine weiße Farbe, sieht aus wie ein Ferienhaus, nur der alte Backofen steht noch an seinem alten Platz. Es ist Sommer und wieder blüht alles in den herrlichsten Farben, Kinder planschen im Wasser, gleich zwei Autos stehen in der Einfahrt, alles scheint perfekt zu sein.
Keine Sorge, ich habe nicht alles erzählt, es gibt noch viele Details zu entdecken, und ich bin sicher, dass jeder für sich etwas Besonderes in diesem Buch findet.

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Im Meer schwimmen Krokodile

Der italienische Autor Fabio Geda erzählt in diesem Buch die Lebensgeschichte eines Flüchtlings. Sie beruht auf Tatsachen , denn es ist die wahre Geschichte Enaiatollah Akbaris, der inzwischen eine neue Familie und ein Stück Sicherheit in Italien gefunden hat. Schon das Titelbild erinnert ein bisschen an „ Der kleine Prinz“, und wahrlich auch hier geht es fast märchenhaft zu. Enaiat wird als zehnjähriger Junge von seiner Mutter außer Landes geschmuggelt, und von einem Tag auf den anderen allein gelassen. So beginnt seine Odyssee von Afghanistan, seinem Heimatland, über Pakistan, den Iran, die Türkei, dann über Griechenland bis nach Italien. Auf seiner Reise, die er zu Fuß, per Schiff, in überfüllten Lastwägen, im Schlauchboot fortsetzt, verliert er nie seinen Überlebenswillen, seinen Mut, an einen Ort zu gelangen, wo es ihm besser geht. In all den Jahren wird er ausgenutzt, beschimpft, bestohlen, aber er findet auch Menschen die ihm helfen, ihm eine Arbeit geben, ein Dach über`m Kopf. Seiner Mutter muss er noch versprechen, nie Drogen zu nehmen, Waffen zu benutzen, und nie zu stehlen, egal was ihm das Leben noch bringen wird. Er verspricht es ihr, und er lernt „ es gibt Tage, da schenkt das Leben dir nichts. Und es gibt Tage, da schenkt es dir alles.“ Enaiat schließt man sofort ins Herz, man begibt sich mit ihm auf eine weite Reise, man lernt dazu, wie wichtig ein gutes Wort ist, und wie wenig eine gute Tat kostet. Für mich ein Geschenkbuch, für alle Lebenslagen, klug, bescheiden und darum ganz kostbar.

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Fegefeuer

Sofi Oksanen , Tochter einer estnischen Mutter und eines finnischen Vaters, studierte Dramaturgie an der Theaterakademie in Helsinki. Ihrem Roman „Fegefeuer“ merkt man das an, sie baut die Spannung gekonnt auf, kann schreiben wie kaum jemand in ihrem Alter, atemberaubend und literarisch gut. Wie aus dem Klappentext zu erfahren ist, wurde der Roman in Finnland genau so oft verkauft wie „ Harry Potter“ und er wurde in 32 Länder verkauft. Aber nicht nur bei den Leser(innen) ist das Buch gut angekommen, auch bei den Kritikern ist es wohl zur rechten Zeit aufgetaucht, denn es wurde mit nicht weniger als zehn Preisen ausgezeichnet, darunter mit dem Nordischen Literaturpreis. Vielleicht weil man diesen Roman nicht in eine bestimmte Kategorie einordnen kann. Er ist ein Frauenroman, ja, aber Männern wird er genau so gefallen, denn er hat auch etwas von einem Politthriller an sich , und bringt uns die Geschichte Estlands und des Baltikums ein Stück näher. Er ist modern, brutal, viele Taten nur angedeutet, so dass der Leser sich den Rest ausmalen muss. Und worum dreht sich alles? Um zwei Frauen, um die alte estnische Aliide Tru und um die junge russische Zara aus Wladiwostok. Die Alte findet eines Tages ein Bündel Mensch vor ihrer Haustür. Zuerst glaubt sie an einen Überfall, aber bald stellt sich heraus, dass es ihre Großnichte sein könnte. Zwei Frauen, die Schreckliches erlebt haben, die eine kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges unter russischer Herrschaft, die andere Anfang der 90 er Jahre, nach dem Zerfall des Eisernen Vorhangs, in Berlin. Mehr darüber zu verraten wäre ein Verrat an sich: über die Verwicklungen, über die Spuren die gelegt werden, über eine kranke Liebe, über das nackte Überleben in einer Zeit, die man sich heute und hier kaum vorstellen kann. Der Leser, die Leserin darf selbst entscheiden, ob er Aliide Tru verurteilt und für schuldig hält oder ein klein wenig Verständnis für ihre Situation und ihr Verhalten aufbringt.

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